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Die Feuerwehren der Gemeinde Simmershofen betreten Neuland im Brandschutz [Zurück]


Simmershofen, an der westlichen Landkreis-Grenze zu Baden-Württemberg gelegen, hat knapp 1000 Einwohner, sechs Ortsteile und fünf Feuerwehren mit jeweils einem Tragkraftspritzenanhänger. So ein Tragkraftspritzenanhänger wird im Einsatzfall von einem Traktor zur Einsatzstelle gezogen, die Feuerwehrleute eilen dann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto hinterher. Die Ausrüstung der ländlich strukturierten Gemeinde Simmershofen ist schon lange nicht mehr ausreichend und zeitgemäß. Für die Einsatzkräfte der Wehren, unter dem Federführenden Kommandanten Frank Hegwein, wird jedoch bald ein neues, moderneres Kapitel in puncto Brandbekämpfung aufgeschlagen werden. Ein Fahrzeug mit vier Atemschutz-Geräten, 600 Liter Wasser und vier Steckleiterteilen muss in Zukunft in der Gemeinde für den Einsatz zur Verfügung stehen, um die gesetzlich vorgeschriebene Rettungsfrist einhalten zu können. Gleichzeitig bedeutet dies für die Einsatzkräfte, sich mit dem Thema Atemschutz vertraut zu machen und im Umgang mit der entsprechenden Technik ausgebildet zu sein.

An dieser Stelle kommt Heinz Rienecker, Kreisbrandmeister Atemschutz im Landkreis Neustadt a.d. Aisch/Bad Windsheim, ins Spiel. Er betreut mit seinem Team über 800 Atemschutzgeräteträger, davon 40 Frauen, aus 48 Feuerwehren aus dem Landkreis und verantwortet damit die Ausbildung und die jährlichen Übungen für diese Einsatzkräfte. Heinz Rienecker: „Unser Jahr ist mit den wiederkehrenden und vorgeschriebenen Belastungs- und Einsatzübungen, den Ausbildungen und Lehrgängen schon sehr gut ausgefüllt.“ In den Sommermonaten versuchen Heinz Rienecker und sein Team, wegen der hohen Temperaturen und der großen körperlichen Belastung, Atemschutz-Ausbildungen oder –Übungen zu vermeiden: „Allerdings erhielten wir dann im Frühjahr die Anfrage aus Simmershofen, die Atemschutzausbildung für zwölf Einsatzkräfte aus der Gemeinde irgendwie zu ermöglichen, um für die neuen Anforderungen gerüstet zu sein.“ Heinz Rienecker und sein Team gelang es die notwendige Ausbildung für die Kameraden aus Simmershofen in acht Abende, allerdings im Hochsommer, zu packen und die notwendigen Unterrichtsinhalte adäquat zu vermitteln. So stehen in dem Lehrgang für Atemschutzgeräteträger unter anderem die Themen Atemgifte, Einsatzgrundsätze mit dem Preßluftatmer und immer wieder Einsatzübungen in der Atemschutzstrecke in Bad Windsheim, auf dem Programm. „Auch ohne die tropischen Temperaturen bringen wir die Lehrgangsteilnehmer hier regelmäßig ins Schwitzen“, lacht Heinz Rienecker. Die Abschlussprüfung besteht schließlich aus vier Teilen: einer mündlichen Abfrage, der schriftlichen Prüfung, Knoten und Stichen und einer Einsatzübung, bei der die Einzelleistung und das Arbeiten in der Gruppe überprüft wird. Die Teilnehmer aus der Gemeinde Simmershofen bestanden ihre Prüfung, bei sommerlichen Temperaturen, und unter den kritischen Augen der Prüfer. Sie zeigten sich begeistert, von der spontanen Bereitschaft, einen solch zeitintensiven Lehrgang, in das ohnehin schon volle Jahresprogramm des Atemschutzausbildungszentrums in Bad Windsheim, noch unterzubekommen. Klaus Schubkegel, Kommandant der Feuerwehr Equarhofen (Gemeide Simmershofen), ebenfalls Teilnehmer des Lehrgangs, war am Ende der Ausbildung, stellvertretend für seine Kameraden, sehr zufrieden: „Der Lehrgang hat großen Spaß gemacht, das Team um Heinz Rienecker war unglaublich engagiert und hat die Unterrichtseinheiten interessant und Realitäts-nah gestaltet.“ Kreisbrandrat Alfred Tilz freut sich auch über den erfolgreich durchgeführten „Spontan“-Lehrgang: „Es macht richtig Spaß, zu sehen, wie sich Feuerwehrkameraden gegenseitig unterstützen, um einen optimalen Erfolg zu erzielen. Mein herzlicher Dank gilt sowohl dem Atemschutzausbildungszentrum, als auch den Kameraden aus Simmershofen. Die Feuerwehren in der Gemeinde Simmershofen haben ihre Hausaufgaben vorbildlich erledigt und können jetzt, wenn das entsprechende Fahrzeug angeschafft ist, ihre Aufgaben auch in dem geforderten Umfang erfüllen.“




Fotos & Bericht: Rainer Weiskirchen



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